Die Menschen
Ein guter Ort...
Die Menschen
Die Frage, welche prominenten Gäste schon alle im Club gesichtet wurden, pflegte der langjährige Präsident Heinrich von Berenberg-Gossler listig mit der Gegenfrage zu parieren: „Welche nicht?“. Der Anglo-German Club ist ein Ort der Begegnung für Menschen, die etwas bewegen und deren Meinung etwas gilt. Und dieser Rolle wurde er in den über fünfzig Jahren seines Bestehens mehr als gerecht.
Die Liste der Gastredner liest sich jedenfalls wie ein „Who-is-who“ der internationalen Wirtschaft, Politik und Kultur. Sie umfasst Diplomaten und Manager ebenso wie Journalisten und Unternehmer, Theaterintendanten und Mediziner genauso wie Anwälte, Bankiers und kirchliche Würdenträger, dazu regelmäßig die britischen Botschafter sowie die Chairmen von Lloyd's of London und der Baltic Exchange.

Und so lang wie die Liste der offiziellen Besucher ist wahrscheinlich auch die nie geschriebene Liste berühmter Gäste, deren Anwesenheit der Öffentlichkeit entging. Wer weiß schon, dass die deutschen und englischen Außenminister sich hier zu informellen Begegnungen trafen und Michail Gorbatschow und Shimon Peres hier ebenso ein und aus gingen wie der BND-Chef Reinhard Gehlen, der meistens sowieso inkognito reiste? Nicht zu vergessen die legendären „Mittwochsrunden“ hanseatischer Bankiers, die einst vom damaligen Bundesbankpräsidenten Karl Blessing ins Leben gerufen wurden.
Der Anglo-German Club wurde gegründet als Ort der Verständigung, als es darum ging, die Entspannung nach dem Krieg zu fördern und die internationale Akzeptanz Deutschlands wieder herzustellen. Dazu haben seine Mitglieder und Gäste nicht unwesentlich beigetragen. Grenzen und Vorurteile zu überwinden, den Austausch unterschiedlicher Ansichten zu fördern und den Boden zu bereiten für neue Ideen und Impulse - nach diesem Leitbild handelt der Club an der Außenalster auch heute noch.
Der Anglo-German Club hat rund 1.000 Mitglieder, darunter 70 Junioren. Er ist ein Club der Herren, bei dem auch die Damen als Gäste gern gesehen sind. Ein Club mit festen Regeln und Umgangsformen, verwurzelt in der Tradition der englischen Clubs überall auf der Welt. Oder wie es ein ehemaliger Hamburger Bürgermeister einmal formulierte: „Die letzte britische Kolonie auf dem Kontinent“.
